Donnerstag, 18 Juli 2019

  • Veröffentlicht: Montag, 13. Juni 2016 04:36
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Pistolenschiessen (Kurzwaffen)

Zu den anspruchsvolleren Disziplinen im sportlichen Schiessen gehört das Pistolenschiessen.
Die Disziplin Gebrauchspistole ordnet man nicht dem sportlichen Schiessen zu. Sie stammt vielmehr aus dem Bereich des polizeilichen / militärischen Schiessen.
Folgend werden nur die sportlichen Disiplinen betrachtet. Das sportliche Pistolenschiessen kann man in folgende Unterdisziplinen aufgliedern:

  • Luftpistole / Mehrschüssige Luftpistole 10 m
  • Sportpistole 25 m Kleinkaliber
  • Standardpistole 25 m
  • Olympischen Schnellfeuerpistole
  • Freien Pistole
  • Großkaliberpistole / Großkaliberrevolver
  • Zentralfeuerpistole 25 m Großkaliber

Generell steht der Schütze laut Lehrbuch beim sprortlichen Schiessen nicht frontal zum Ziel, wie es bei Polizei oder Militär üblich ist, sondern etwas gedreht.
Auch die Haltung der Waffe unterscheidet sich. Eine Sportwaffe wird mit nur einer Hand und mit ausgestrecktem Arm gehalten. Um ein gutes Ergebnis zu erreichen ist mentale und körperliche Kondition unumgänglich.
Um einen Schuss auszulösen, muß der Schütze mindestens ein Abzugsgewicht von beispielsweise 500g übewinden, welches je nach Disziplin variiert.
Gezielt wird bei den Kurzwaffen über Kimme und Korn. Laut Lehrbuch liegt der Haltepunkt etwas unterhalb des "Schwarzen", sodass ein Guter Kontrast für das Visirbild gewährleistet ist. Oberkante von Kimme und Korn sollten ein Linie bilden.

Luftpistole / Mehrschüssige Luftpistole 10 m

In den Luftpistolen Disziplinen beträgt die Entfernung zum Ziel 10 m. Geschossen wird mit einer Luftdruck- oder CO2-waffe (kurz Luftpistole oder -waffe) mit einem Kaliber von 4,5 mm.
Verschossen wird handelsübliche Munition im Kaliber von maximal 4,5 mm (.177). Die Form der Munition ist nicht reglementiert.
Die Luftpistolen unterliegen weiteren Anforderungen und Beschränkungen. Die Aussenmaße dürfen 420x200x50 mm (LängexHöhexBreite) nicht überschreiten. Das Abzugsgewicht darf nicht weniger wie 500 g betragen, das Gesamtgewicht der Waffe inkl. Laufgewichte darf nicht mehr wie 1500 g wiegen.

Luftpistole:

Geschossen wird nur als Einzelschuß, mehrschüssige Pistolen dürfen nur als Einzellader benutzt werden.
Geschossen wird auf Schießscheiben, deren 10er Ring 11,5 mm beträgt. Die Breite der Ringe Eins bis Neun beträgt jeweils 8 mm.
Luftpistolen werden stehend frei- und einhhändig geschossen. Je nach Klasse des Schützen werden 20 Schuss in 40 Minuten, 40 Schuss in 75 Minuten, 60 Schuss in 105 Minuten einschliesslich der Probeschüsse geschossen. Die Disziplin Luftpistole unterliegt den Regeln 2.10 der Sportordung.

Mehrschüssige Luftpistole 10 m:

Geschossen wird mit mehrschüssigen Luftpistolen auf 5 nebeneinander befindliche Klappscheiben einer rechteckigen Scheibenanlage.
Die Scheibenanlage ist weiter reglementiert. So darf der Rand der Scheibenanlage nicht weniger wie 85 mm von den Scheibenzentrum entfernt sein.
die Mittelpunkte der fünf Scheiben müssen sich auf gleicher Höhe befinden und einen Abstand von 300 mm ± 1 mm haben
Die Blendenöffnung ist Maßgebend für die Klappscheibengröße. Im Nachwuchsbereich beträgt die Grüße der Scheiben 59,5 mm, bei den Erwachsenen 40,0 mm. Die mehrschüssigen Luftpistolen werden stehend frei- und einhändig in Fertighaltung angeschlagen. Fertighaltung bedeutet, daß der Arm der die Waffe hält, um mindesten 45 Grad aus der Waagerechten nach unten gerichtet wird. Die Scheibe ist vom Schützenweggedreht oder es ist noch kein Signal zum Schiessen gegeben worden. Der Schütze warten n dieser Haltung, bis die Scheiben dem Schützen zugedreht werden, oder das Signal zum Schießen gegeben wird. In der Zwischenzeit darf der Arm weder gebeugt beugen oder bewegt werden. In dem Augenblick, in dem sich die Scheibe zu drehen beginnt oder das Signal zum Schiessen gegeben wurde, darf der Schütze die Pistole bewegen. In der Disziplin mehrschüssige Luftpistole bleibt dem Schützen für fünf Schuss in Folge 10 Sekunden Zeit. Unterschieden werden 30-Schuss-Durchgänge, bestehend aus 6 Serien in je 10 Sekundenund 60-Schuss-Durchgänge bestehend aus 12 Serien in je 10 Sekunden, je Serie werden 5 Schüsse auf 5 Klappscheiben geschossen. die Disziplin mehrschüssige Luftpistole unterliegt den reglen 2.16 der Sportordnung.

Sportpistole 25 m Kleinkaliber

Die Diszipline Sportpistole (SpoPi) wird auf einer Entfernung von 25 m ausgetragen. Regelkonforme Sportpistolen sind selbstladende Pistolen, die das Gesamtgewicht von 1400 g nicht überschreiten dürfen. Jede Waffe muß den Sicherheitsvorschriften entsprechen und darf die Maße 300x150x50 mm (Länge x Breite x Höhe) nicht überschreiten. Das unterste Limit für das Abzugsgewicht beträgt 1000 g. Verschossen werden handelsübliche Randfeuerpatronen im Kaliber 5,6 mm (.22 lfb). Der Anschlag in dieser Disziplin erfolgt stehen ein- und feihändig, im Duelldurchgang ist die Fertighaltung einzunehmen. Jeder Wettkampf der Disziplin Sportpistole besteht aus je einem Durchgang Präzision- und Duellschießen. Im Präzisionsdurchgang werden sechs Serien zu je fünf Schuss geschossen. Für jeden Durchgang bleiben dem Schützen fünf Minuten Zeit. Bei den Scheiben für das Präzisionsschiessen hat der 10er Ring einen Durchmesser von 50 mm. Die Ringe Eins bis Neun haben jeweils eine Breite von 25 mm. Im Duelldurchgang werden ebenfalls sechs Serien zu je fünf Schuss geschossen, jedoch wird für jede der sechs Serien die Scheiben fünf mal für je drei Sekunden dem Schützen zugedreht und für jeweils sieben Sekunden weggedreht. Im weggedrehten Zustand der Scheiben hat der Schütze die Fertighaltung einzunehmen und in ihr solange zu verbleiben, bis die Scheibe im zugedreht oder das Signal zum Schießen gegeben wurde. Erst mit Beginn des Drehens der Scheibe darf der Schütze die Pistole bewegen. Unter Fertighaltung versteht man das Absenken des Armes, der die Waffe hält, um mindesten 45 Grad aus der Waagerechten. In jeder Phase der zum Schützen gedrehten Scheibe darf nur ein Schuss abgegeben werden. Die Scheiben für das Duellschiessen unterscheiden sich von den Scheiben des Präzisionsschiessen. Jede Duellscheibe ist Schwarz und ist in sechs Bewertungszonen unterteilt. Der 10er Ring hat einen Durchmesser von 100 mm, die Breite der Ringe 5 bis 9 beträgt jeweils 40 mm. Die Ringe Eins bis Vier fehlen auf den Duell Scheiben. In der Sportordnung ist die Disziplin Sportpistole 25m Kleinkaliber in Regel 2.40 festgeschrieben. Die Disziplin Sportpistole 25 m kann auch als Halbdisziplin mit einer Probeserie und drei Wertungserien Präzision á 5 Schuss und einer Probeserie und drei Wertungsserien Duell á 5 Schuss geschossen werden.

Olympische Schnellfeuerpistole 25 m

In der Disiplin Olympische Schnellfeuerpistole 25 m sind selbstladende Pistolen mit einem Höchstgewicht von 1400 g zugelassen. Jede Waffe darf die Maße arf die Maße 300x150x50 mm (Länge x Breite x Höhe) nicht überschreiten. Der Abzugswiderstand nicht weniger wie 1000 g bestragen. Jede Waffe muß den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Verschossen wird Munition im Kaliber 5,6 mm (.22 lfb) mit einem Geschossgewicht von mindestens 2,53 g = 39 Grain und einer Mündungsgeschwindigkeit von mindestens 250 m/s. Im Wettkampfprogramm "Olympische Schnellfeuerpistole 25 m" werden insgesamt 60 Schuss geschossen, die in zwei Halbprogrammen á 30 Schuss zu unterteilen sind. Je Halbprogramm werden sechs Serien á fünf Schuss geschossen. Für zwei der Sechs Serien bleiben dem Schützen 8 Sekunden, für weitere zwei Serien 6 Sekunden und für die letzten zwei Serien 4 Sekunden Zeit zum Schiessen.
Geschossen wird auf fünf nebeneinander aufgestellte Scheiben mit einem Abstand von 75 cm zwischen den Scheibenachsen. Vom Boden aus gemessen, muß die Höhe jedes Scheibenzentrums zwischen 130 cm und 150 cm betragen. Jede Scheibe ist schwarz und in sechs Bewertungszonen unterteilt. Der 10er Ring hat einen Durchmesser von 100 mm, die Breite der Ringe Fünf bis Neun beträgt jeweils 40 mm. In jeder Serie sind die Scheiben nur für die o.g. Zeiten dem Schützen zugedreht und für jeweils sieben Sekunden weggedreht. Im weggedrehten Zustand der Scheiben hat der Schütze die Fertighaltung einzunehmen und in ihr solange zu verbleiben, bis die Scheibe im zugedreht oder das Signal zum Schießen gegeben wurde. Erst mit Beginn des Drehens der Scheibe darf der Schütze die Pistole bewegen. Unter Fertighaltung versteht man das Absenken des Armes, der die Waffe hält, um mindesten 45 Grad aus der Waagerechten. Geschossen wird auf eine Entfernung von 25 m im ein- und freihändigem Anschlag in Fertighaltung.
Es kann auch das Halbprogramm geschossen werden, dann werden sechs 5-Schuss-Serien, zu je zwei innerhalb 8, 6 und 4 Sekunden geschossen.
In der Sportordnung ist die Disziplin in den Regeln 2.30 bzw. 2.31 festgeschrieben.

Großkaliberpistole / Großkaliberrevolver (9 mm Luger, .45 ACP, .357 Magnum, .44 Magnum)

Die Disziplin Großkaliberpistole / Großkaliberrevolver wird auf 25 m Entfernung geschossen. Zulässig sind Pistolen und Revolver in verschiedenen Wertungsklassen. Das Mindestabzugsgewicht beträgt 1000 g. Die Kapazität des Magazins bzw. der Trommel wird mit mindestens 5 Patronen vorgeschrieben. Verschossen wird waffentypische, handelsübliche Munition, die den geforderten Mindestimpuls (MIP) erreicht. Hierbei ist zu beachten, dass für Pistolen randlose Patronen, für Revolver Patronen mit Rand verschossen werden. Ebenso muß die Munition den Kaliber .357 Magnum, .44 Magnum, .45 ACP oder 9 mm Luger entsprechen. Die Waffe darf mit beiden Händen gehalten und im Voranschlag geschossen werden im Wettkampfprogramm "Großkaliberpistole / Großkaliberrevolver" werden in der Wertung insgesamt 40 Schuss in zwei Durchgängen geschossen. Ein Durchgang besteht aus 4 Serien á 5 Schuss. Für jede Serie hat der Schütze 150 Sekunden Zeit. Geschossen wird auf Scheiben, deren 10er Ring einen Durchmesser von 50 mm und jeder der Ringe eins bis neun eine Breite von 25 hat. Der andere Durchgang besteht ebenfalls aus 4 Serien á 5 Schuss, jedoch hat der Schütze je Serie nur 20 Sekunden Zeit. Geschossen wird auf schwarze Scheiben, die in sechs Bewertungszonen unterteilt sind. Der 10er Ring hat einen Durchmesser von 100 mm, die Ringe Fünf bis Neun haben eine Breite von je 40 mm. Die Ringe Eins bis Vier fehlen auf den Scheiben. Die Sechs besten Schützen bestreiten den Endkampf. Die Disziplin "Großkaliberpistole / Großkaliberrevolver" st in der SPortordnung in Regel 2.50 beschrieben.

Freie Pistole 50 m

Die Disziplin "Freie Pistole 50 m" wird stehend ein- und friehändig auf 50 m Entfernung geschossen. Zulässig sind alle Pistolen und Revolver des Kalibers 5,6 mm (.22 lfb) die den Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Mehrschüssige Waffen dürfen nur als Einzellader verwendet werden. Ein besonderer Augenmerk leigt in dieser Disziplin auf das Griffstück der Waffe. Der Griff darf beliebig nach der Hand des Schützen gearbeitet sein, jedoch darf die Hand nur bis zur Handwurzel umschlossen werden. Verlängerungen, die über das Handgelenk hinausragen und so als Stütze dienen könnten, sind nicht zulässig. Verschossen werden handelsübliche Randfeuerpatronen im Kaliber 5,6 mm (.22 lfb) auf Scheiben, deren 10er Ring einen Durchmesser von 50 mm hat. Die Ringe Eins bis Neun haben jeweils eine Breite von 25 mm. Das Wettkampfprogramm besteht aus 60 Schuss in 120 Minuten oder 40 Schuss in 90 Minuten inkl. Probeschüsse. Die Disziplin "Freie Pistole 50 m" ist in der Sportordnung in Regel 2.20 definiert.

Standardpistole 25 m

Die Disziplin "Standardpistole 25 m" wir auf eine Entfernung von 25 m im ein- und freihändigen Anschlag geschossen. Revolver und selbstladende Pistolen des Kalibers 5,6 mm (.22 lfb) sind zugelsassen, wenn die das Gesamtgewicht von 1400 g nicht überschreiten, den Sicherheitsvorschriften entsprechen und die Maße 300x150x50 mm (Länge x Breite x Höhe) nicht überschreiten. Das unterste Limit für das Abzugsgewicht beträgt 1000 g. Verschossen werden handelsübliche Randfeuerpatronen im Kaliber 5,6 mm (.22 lfb). Der 10er Ring der Scheiben hat einen Durchmesser von 50 mm, die Ringe Eins bis Neun haben jeweils eine Breite von 25 mm. Das Wettbewerbsprogramm besteht aus 60 Schuss in drei aufeinanderfolgenden Durchgängen. Im ersten Durchgang werden 4 Serien à 5 Schuss in 150 Sekunden, im zweiten Druchgang werden 4 Serein à 5 Schuss in 20 Sekunden und im dritten Durchgang werden 4 Serien à 5 Schuss in 10 Sekunden geschossen. In der Sportordnung ist die Disziplin "Standardpistole 25 m" der Regel 2.60 zu entnehmen.

Zentralfeuerpistole 25 m Großkaliber

Die Disziplin "Zentralfeuerpistole 25 m Großkaliber" wird ein- und freihändig auf eine Entfernung von 25 m gschossen, im Duelldurchgang ist die Fertighaltung einzunehmen. Zugelassene Waffen sind Revolver und selbstladende Pistolen, die den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Die Waffen dürfen ein Höchstgewicht von 1400 g nicht überschreiten, die Maße der Waffe müssen einem Prüfkasten mit den lichten Innenmaßen 300x150x50 mm entsprechen. Das minimale Abzugsgewicht beträgt 1000 g. Verschossen werden handelsübliche Zentralfeuerpatronen im Kaliber 7,62 bis 9,65 mm (.30 – .38). Magnumpatronen sind nicht zulässig. Jeder Wettkampf der Disziplin Zentralfeuerpistole besteht aus je einem Durchgang Präzision- und Duellschießen. Im Präzisionsdurchgang werden sechs Serien zu je fünf Schuss geschossen. Für jeden Durchgang bleiben dem Schützen fünf Minuten Zeit. Im Duelldurchgang werden ebenfalls sechs Serien zu je fünf Schuss geschossen, jedoch wird für jede der sechs Serien die Scheiben fünf mal für je drei Sekunden dem Schützen zugedreht und für jeweils sieben Sekunden weggedreht. Im weggedrehten Zustand der Scheiben hat der Schütze die Fertighaltung einzunehmen und in ihr solange zu verbleiben, bis die Scheibe im zugedreht oder das Signal zum Schießen gegeben wurde. Erst mit Beginn des Drehens der Scheibe darf der Schütze die Pistole bewegen. Unter Fertighaltung versteht man das Absenken des Armes, der die Waffe hält, um mindesten 45 Grad aus der Waagerechten.
In jeder Phase der zum Schützen gedrehten Scheibe darf nur ein Schuss abgegeben werden. Bei den Scheiben für das Präzisionsschiessen hat der 10er Ring einen Durchmesser von 50 mm. Die Ringe Eins bis Neun haben jeweils eine Breite von 25 mm. Die Scheiben für das Duellschiessen unterscheiden sich von den Scheiben des Präzisionsschiessen. Jede Duellscheibe ist Schwarz und ist in sechs Bewertungszonen unterteilt. Der 10er Ring hat einen Durchmesser von 100 mm, die Breite der Ringe 5 bis 9 beträgt jeweils 40 mm. Die Ringe Eins bis Vier fehlen auf den Duell Scheiben. In der Sportordnung ist die Disziplin Zentralfeuerpistole 25 m Großkaliber in Regel 2.45 festgeschrieben.